Schnelles Internet für den Heidekreis - erster Spatenstich in Schneverdingen

(vom 11.09.2017)

Schneverdingen - Startschuss für eines der größten Infrastrukturprojekte im Heidekreis: Die Heidjers Stadtwerke haben heute den ersten Spatenstich für den flächendeckenden Ausbau von schnellem Internet im Heidekreis gefeiert. Insgesamt werden nach Abschluss der Arbeiten Ende 2018 allein im Versorgungsgebiet der Stadtwerke über 1.100 weiße Flecken mit schnellem Internet erschlossen sein.

Der Ausbau des Glasfasernetzes  im Versorgungsgebiet der Heidjers Stadtwerke beginnt mit einer der Haupttrassen von Wintermoor nach Schneverdingen. Beim feierlichen Spatenstich waren unter anderem Agrarminister Christian Meyer, die Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Jutta Schiecke, Landrat Manfred Ostermann sowie die Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil und Kathrin Rösel unter den Gästen.

Der Ausbau wird unter anderem ermöglicht durch die Zahlung von Fördermitteln der EU, des Bundes, des Landes Niedersachsen und des Heidekreises. Insgesamt fließt ein Betrag  in Höhe von ca. 2,7 Mio. € an die Heidjers Stadtwerke, die den Zuschlag für den Glasfaserausbau in ihrem Versorgungsgebiet erhalten hatten. Der Betrag ist erforderlich, um die Wirtschaftlichkeitslücke zu schließen, die in den nächsten Jahren durch den Ausbau und Betrieb der Glasfaserinfrastruktur entstehen wird.

Für die Fördermittelgeber ist ihre Aufgabe mit dem Spatenstich im Wesentlichen erledigt. Für die Stadtwerke beginnt die eigentliche Arbeit erst jetzt. Neben dem Bau von Glasfasertrassen von ca. 160 km Länge und hunderter Glasfaserhausanschlüsse gilt es nun, die erforderlichen Software-Komponenten zu implementieren, die Mitarbeiter in der Technik und im Vertrieb zu schulen und die Prozessabläufe von der Kundenanfrage bis zum Einbau der Router zu trainieren.

Bis zum Ende des Jahres 2018 sollen nach dem Willen der Fördermittelgeber sämtliche weißen Flecken von der Landkarte getilgt sein. Hier sieht Maurer noch einige Herausforderungen: „Seit der Fördermittelzusage Ende Februar sind mittlerweile über 6 Monate vergangen, bis die endgültige Freigabe für den Baubeginn durch die zuständigen Stellen erteilt wurde“.  Dennoch sind die Heidjers Stadtwerke die ersten im Heidekreis, die im Rahmen des aktuellen Förderverfahrens mit dem Ausbau des Glasfasernetzes beginnen.

„Der ländliche Raum darf bei der Digitalisierung nicht abgehängt werden“, mahnte der unter anderem für Breitbandausbau zuständige Agrarminister Christian Meyer beim Spatenstich in Schneverdingen. „Für die Menschen auf dem Land sind schnelle Breitbandanschlüsse heute unverzichtbar. Alle Regionen, alle Betriebe und alle Bürgerinnen und Bürger müssen im Interesse gleichwertiger Lebens- und Arbeitsbedingungen schnelle Internetverbindungen erhalten. Ich freue mich, dass heute auch im Versorgungsgebiet der Heidjers Stadtwerke – von Schneverdingen bis Neuenkirchen – der Grundstein dafür gelegt wird“, sagte Meyer. Der Minister wies in dem Zusammenhang darauf hin, dass Niedersachsen beim Breitbandausbau Tempo mache. „Wie nie zuvor in der Geschichte des Landes fördert die rot-grüne Landesregierung den Anschluss ans Turbo-Internet erstmals auch mit EU-Agrarbeihilfen. Nahezu 390 Millionen Euro aus EU-, Bundes- und Landesmitteln sind bis dato dafür vorgesehen“, so Meyer.

Maurer zeigte sich dankbar für den Fördermittelzuschlag.  Ohne die Förderung, so Maurer, wäre ein Ausbau des schnellen Internets in der Region schlicht unmöglich. Mindestens ebenso wichtig wie der Ausbau des schnellen Internets sei es aber auch, den für die Umsetzung verantwortlichen Akteuren nicht zu starke administrative Fesseln anzulegen. So füllen allein die zu berücksichtigenden Auflagen zum Fördermittelbescheid mit 177 Seiten einen halben Aktenordner. Minutiöse Materialvorgaben und kleinstteilige Planungs- und Dokumentationspflichten erschweren die Umsetzung vor Ort. Kritik an den aufwändigen und zeitraubenden Verwaltungsverfahren übte auch der Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke, Dieter Möhrmann, in seinem Grußwort und sprach  diesem Zusammenhang von einem „bürokratischen Monster“.

Die Komplexität des Förderrahmens könne letzten Endes nur  durch ein hohes Maß an Flexibilität der Akteure vor Ort ausgeglichen werden. An dieser Stelle dankte Maurer noch einmal ausdrücklich den am Verfahren beteiligten Mitarbeitern des Heidekreises, des Landesministeriums und der atene, die Fördermittelfreigabe trotz der administrativen Hemmnisse ermöglicht zu haben. Maurer dankte ausdrücklich auch den Tiefbauunternehmen für ihre Geduld, die  ihren Einsatz wegen der fehlenden Baufreigabe seit einem halben Jahr immer wieder hatten verschieben müssen.

Trotz aller Fördermittel bleibt das betriebswirtschaftliche Risiko bei den Stadtwerken. Sollten weniger Kunden das schnelle Internet beanspruchen als geplant, so bleiben die Stadtwerke auf den Verlusten sitzen. Sollte umgekehrt das Modell erfolgreicher laufen als geplant, werden die Fördermittel in entsprechender Höhe zurückgefordert.

„Bleibt zu hoffen“, so Maurer, „dass sich die Nachfrage nach schnellem Internet tatsächlich wie von Bund und Land prognostiziert entwickelt“.

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